Da man allgemein im Verein dafür war, das Schützenfest zu verkürzen und den Montag zum Feiern abzuschaffen, kam die Idee auf, einen Tag zum Vorschießen für Helfer einzurichten. Dies liegt der Theorie zu Grunde, dass man Schützenfest so viel zu tun hat, dass man gar keine Zeit zum Schießen hat. Der Hausmeister hat was gegen das Vorschießen: Wer kümmert sich um das Vorschießen? …
Der Hausmeister kann sich ja nicht immer durchsetzen und so wurde der Sonntag vor Schützenfest zum Vorschießtag auserkoren. Hier dürfen alle, die was auf dem Schützenfest zu tun haben, auf den Preisscheiben vorschießen.
Widerwillig schleppte sich der Hausmeister also heute in den Schießstand in der Hoffnung, dass nur wenige von diesem Termin Gebrauch machen werden, um den Termin im nächsten Jahr wieder abzuschaffen.
Leider wurde ich eines Besseren belehrt: Insgesamt tauchten zwanzig Helfer auf, die den Termin wahrnehmen wollten. Und das Portemonnaie saß bei denen ganz schön locker. So wurden ordentlich Scheiben gekauft, um sie auf dem schnellsten Weg zu durchlöchern.
Aber das Beste war die Atmosphäre: Ich hab selten unsere Schützen so entspannt auf dem Schießstand erlebt. Es hat allen sichtlich Spaß gemacht und die Arbeit hielt sich in Grenzen. Für die Auswertung konnte schon der Computer vorbereitet werden, aber die Auswertung wurde dann doch auf Schützenfest verschoben.
Hier muss ich eingestehen, dass ich mich in diesem Termin geirrt habe. Einhellig wurde attestiert, dass dieser Termin weiter behalten werden soll. Der Hausmeister hat dem nichts mehr hinzuzufügen.