{"id":84,"date":"2011-06-04T13:55:46","date_gmt":"2011-06-04T11:55:46","guid":{"rendered":"http:\/\/schuetzenelite.de\/blog\/?p=84"},"modified":"2011-06-21T21:40:04","modified_gmt":"2011-06-21T19:40:04","slug":"fruhstuck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schuetzenelite.de\/blog\/2011\/06\/04\/fruhstuck\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchst\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Himmelfahrt. In manchen Regionen Deutschlands wird dieser Tag auch Herrentag genannt. Bei uns wird er nur Vatertag (sprich &#8222;Vaddertach&#8220;) genannt. Es ist immer ein Donnerstag und noch viel wichtiger: es ist Feiertag und man hat frei.<\/p>\n<p>Und was tut ein sesshafter Hausmeister an diesem freien Tag? Mit dem Bollerwagen saufend und gr\u00f6lend umherziehen und Gefahr laufen, sich unn\u00f6tig den Gefahren des deutschen Stra\u00dfenverkehrs auszusetzen? Weit gefehlt!<\/p>\n<p>Der \u00d6lprinz hat ein fachgerechtes Fr\u00fchst\u00fcck in M\u00e4nnerrunde organisiert. Geladen waren der D\u00e4ne, der Elektriker und der Hausmeister. Selbstverst\u00e4ndlich musste dies in einem w\u00fcrdigen Rahmen stattfinden und so wurde das Fr\u00fchst\u00fcck im Schie\u00dfstand zelebriert.<\/p>\n<p>Der Hinweg zum Ort des Geschehens war etwas kompliziert, da einige Umwege in Kauf genommen werden mussten, um den marodierenden, jugendlichen Vatertagshorden auszuweichen. Aber als erfahrener Ortskenner, ist das nat\u00fcrlich kein Problem.<\/p>\n<p>Bei bestem Wetter wurde der Zelebrationstisch nach drau\u00dfen gestellt, um die Sonne zu genie\u00dfen. P\u00fcnktlich um 11:00 wurde das erste Paulaner verhaftet und das Event feierlich er\u00f6ffnet. Der \u00d6lprinz hatte alles optimal vorbereitet. Selbst das Ungl\u00fcck, dass die Tiefk\u00fchlbrezel \u00fcber Nacht aufgetaut sind und sich so zu einem Klumpen vereinigt haben, wurde von ihm kompensiert. Die daraus entstandenen Laugenbr\u00f6tchen waren sehr lecker (und hilfreich). Als dann noch der erste Schwung Wei\u00dfwurst fertig war, war der Hochgenuss deutsch-bayrischer Fr\u00fchst\u00fcckskultur perfekt.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich tauchte ein unbekannter Jungsenior zu Fu\u00df auf. Gekleidet war er in altersgem\u00e4\u00dfen Olivgr\u00fcn. Er inspizierte zun\u00e4chst die Festhalle. Als er aber feststellte, dass der St\u00f6hner geschlossen hatte und er uns ersp\u00e4hte, trottete er so dann zu uns. Man merkte f\u00f6rmlich, dass er einen gro\u00dfen Bierdurst versp\u00fcrte. Er war drauf und dran, in den Schie\u00dfstand zu st\u00fcrmen. Wir konnten ihm aber noch rechtzeitig klar machen, dass wir eine private Runde sind und der Schie\u00dfstand keine \u00f6ffentliche Kneipe ist. Immernoch durstig zog er von dannen auf der Suche nach jemandem, der ihm endlich ein Bier gibt.<\/p>\n<p>Ein wenig st\u00f6rend wirkte sich das Gr\u00f6len der Bollerwagen-ziehenden Horden aus, die sich als Treffpunkt die Tanke des \u00d6lprinzen ausgeguckt haben, so wie Karawanen, die sich in der Oase vor dem Marsch durch die W\u00fcste treffen (daher der Name &#8222;Gelbe Oase&#8220;). Aber dies war nicht von langer Dauer (oder wir haben es sp\u00e4ter \u00fcberh\u00f6rt).<\/p>\n<p>Urpl\u00f6tzlich tauchte Schnoor-Junior mit seinem Cousin auf. Die wollten wohl trainieren, denn Schnoor wurde so auch noch mit angek\u00fcndigt. Kurz darauf st\u00fcrmte sein Auto auch schon auf den Platz. Gef\u00fchlt war das aber ein sehr kurzes Training, denn sehr schnell kam Schnoor-Junior wieder heraus und teilte uns mit: &#8222;Papa kommt auch gleich, dann k\u00f6nnt ihr mit dem Bier trinken.&#8220; Und tats\u00e4chlich: Die Jungen waren abgefahren, da setzte sich Schnoor zu uns, um das k\u00fchle Gold zu genie\u00dfen. Er teilte uns lediglich noch mit: &#8222;Ich muss nachher noch grillen.&#8220; Aber der Tag war ja noch jung.<\/p>\n<p>So wurde weiter gefr\u00fchst\u00fcckt. Leider wurde nach dem dritten Gang vergessen, das Obstwasser wieder kalt zu stellen, so dass dieser Genuss unertr\u00e4glich wurde. Sp\u00e4ter haben wir auch erfahren, nach welchem Kriterium das Hochprozentige ausgew\u00e4hlt wurde. &#8222;Ich fand die Flasche so sch\u00f6n&#8220;, teilte uns der \u00d6lprinz mit, &#8222;also trinkt man sch\u00f6n&#8220;.<\/p>\n<p>\u00dcberraschend fuhr dann der Wagen von Schnoors Vater vor und auf der Beifahrerseite stieg Schnoors Frau aus. Sie sagte kein Wort, aber das brauchte Sie auch nicht: bei den Blicken, die sie Schnoor zuwarf. Sie stieg dann in sein Auto und fuhr damit davon. Schnoors Kommentar dazu war nur: &#8222;Dann muss ich wohl jetzt zu Fu\u00df nach Hause&#8220;. So trank er sein Bier aus und trottete los.<\/p>\n<p>Aber der Bierfluss war noch nicht gestoppt und wir genossen es weiter, als der \u00d6lprinz f\u00fcr kurze Zeit zur gelben Oase entschwunden ist. Auf dem R\u00fcckweg brachte er seine Frau und den Hund mit.\u00a0 Madame \u00d6lprinz kam grad von der zentralen Vatertagsfeier in Ahrenswohlde und war v\u00f6llig au\u00dfer sich. Unter nicht wenig Alkoholeinfluss musste die Arme auf&#8217;s Klo. Dabei fiel leider ihr Mobiltelefon in die Sch\u00fcssel. Sie konnte es noch retten, aber nat\u00fcrlich war es komplett durchn\u00e4sst. &#8222;Mein 1000\u20ac-Handy ist kaputt&#8220;, wiederholte die Gesch\u00e4digte immer wieder. Der eindeutige Gesichtsausdruck des \u00d6lprinzen zeigte uns sein Mitgef\u00fchl f\u00fcr ihr Problem.<\/p>\n<p>F\u00fcr Abwechslung sorgte Sam, der Hund des \u00d6lprinzen. Dieser versp\u00fcrte einen gro\u00dfen Spieltrieb und jeder von uns durfte mit ihm apportieren \u00fcben. Als Fazit hierzu kann man sagen, dass die Kommandos durch den Einfluss von Bier viel besser auszusprechen sind. Und der Hund h\u00f6rt auch besser.<\/p>\n<p>So langsam setzte dann aber ein S\u00e4ttigungsgef\u00fchl ein und das Fr\u00fchst\u00fcck wurde gem\u00e4chlich beendet. Gem\u00fctlich fuhr ich mit dem Elektriker nach Hause, wobei mir unterstellt wird, dass ich den Elektriker zweimal in die Hecke dr\u00fccken wollte. Dies ist nat\u00fcrlich ein klarer Fall von Realit\u00e4tsverzerrung.<\/p>\n<p>Au\u00dfer ein paar Sonnenbr\u00e4nden gab es diesmal keine Verletzungen oder Besch\u00e4digungen, sondern nur gl\u00fcckliche Typen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Himmelfahrt. In manchen Regionen Deutschlands wird dieser Tag auch Herrentag genannt. Bei uns wird er nur Vatertag (sprich &#8222;Vaddertach&#8220;) genannt. Es ist immer ein Donnerstag und noch viel wichtiger: es ist Feiertag und man hat frei. 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